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Kaum ein Begriff ist schwerer eingrenzbar und präzisierbar als der der Liebe. Doch da er die wichtigste aller menschlichen Grundregungen beschreibt, galt ihm schon seit je großes Interesse. Während man Begriffe wie Freiheit, Wille oder Erkenntnis philosophisch sehr gut behauen und bearbeiten kann, entzieht sich der Liebesbegriff hartnäckig einer brauchbaren Bestimmung: Entweder man fasst ihn zu weit, im Sinne eines Gefühls tiefer Verbundenheit, oder eben zu eng, etwa als erotische Anziehungskraft.

Der erste Denker, von dem schriftliche Äußerungen zur Liebe überliefert sind, ist Platon. Er entwarf eine Dreiteilung des Liebesbegriffs, der, obzwar inzwischen stark differenziert, grundsätzlich noch heute Gültigkeit beanspruchen kann. Platon unterschied die sinnliche Leidenschaft (griech. eros) von der anerkennend-verstehenden Freundesliebe (griech. philia) und der selbstlosen Feindesliebe (griech. agape). Wahrnehmungspsychologisch unterscheidet man heute in Anlehnung an Platon die Liebesempfindung, das Liebesgefühl und die Liebe als ethische Grundhaltung.

Seit etwa zwei Jahrzehnten beanspruchen Neuro- und Evolutionsbiologen den Liebesbegriff für sich. Spätestens seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms durch Craig Venter hat die Biologie die Physik als Leitwissenschaft abgelöst und wirkt in vielen Bereichen wissenschaftstheoretisch auch für einige Geisteswissenschaft vorbildhaft. Die Biologie hat zahllose Hormone und deren Zusammenspiel in Bezug auf das Empfinden von Liebe untersucht, auch genetische Anlagen zur Liebesfähigkeit werden erforscht. Doch immer wenn man den Begriff der Liebe fassen zu können glaubt, entgleitet er einem wie ein Stück nasse Seife wieder aus der Hand.
 
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Vielleicht haben Resistenz und Renitenz des Liebesbegriffs aber auch eine positive Seite: Die Liebe scheint ihr Geheimnis nicht preisgeben zu wollen oder zu können. Möglicherweise besteht ihre ganze Existenz in diesem Geheimnis. Wie eine Krypta darf sie nicht eröffnet werden. Jeder ahnt die Märtyrerreliquien unter der Apsis, doch niemand wird sie je sehen. Mit dem Anblick verschwindet ihr Geheimnis.

Dem Liebesbegriff nähert man sich daher am besten phänomenologisch: Jeder kennt die Liebe, auch wenn er sie begrifflich nicht fassen kann. Jeder kennt das überströmende, pochende, Urkräfte freisetzende Gefühl der Liebe. Bezüglich der Liebe schlägt die Empirie ganz eindeutig jede Theorie. Testen Sie also die Praxis und melden sich noch heute kostenlos und unverbindlich bei Singles Schnellsuche an, der Online-Partnervermittlung für kultivierte und attraktive Singles mit Charme und Niveau.

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